Öffnet in einem neuen Tab

Rückblick Netzwerktagung 2026

Netzwerktreffen 2026
Wer schreibt hier: Dr. Dina Beneken
von Lernräume Beneken
Mehr Informationen

Unsere diesjährige Tagung zum 5 jährigen Bestehen stand unter dem Motto “Gemeinsam stark”. Einmal im Jahr treffen wir uns für ein Wochenende in Präsenz zur gemeinsamen Fortbildung und dem so wichtigen Austausch zwischen den “Terminen”, in dem so viel wertvolle Dinge passieren. Das ergänzt unseren intensiven Online-Austausch unterjährig optimal. Im Rückblick findest Du unsere Fortbildungsthemen und ein paar Einblicke in unsere Arbeit.

Der Lesekoch: Plattform für die Lese & Rechtschreibförderung

Den Auftakt gab Siegbert Rudolph mit der Vorstellung seiner nagelneuen Webseite Der Lesekoch. Aus den Anfängen mit herunterladbaren PowerPoint-Übungen ist ein Schatz für TherapeutInnen und Eltern geworden. Viele Wünsche unserer TherapeutInnen aus dem Netzwerk wurden umgesetzt und auf den Hinweis, dass er dafür doch zumindest einen kleinen Obulus nehmen müsste (denn jeder, der selbst Übungen herstellt, kann den Aufwand dahinter erahnen), sagt er nur: „Nein, das gehe ich nicht auch noch an.”
Wahnsinn. Hier ein kleiner Ausschnitt aus den Möglichkeiten der neuen Seite:

  • Viele klassische Tools mit individuellen Einstellungen in Anzeigegeschwindigkeit und Darstellung (Buchstaben/ Lesesilben/ Lesepyramiden / Blitzlesen, Silbentrainer…).
  • Die Einstellungen sind genau auf den Lesestand der Lernenden anpassbar. So können das Tempo, Pausen und auch die Schriftart der Anzeigen eingestellt werden. Besonders interessant ist die Möglichkeit, Texte in den Schulausgangsschriften anzuzeigen und den Kindern somit die verbundene Schrift im Lesetraining anbieten zu können. Insbesondere für SchülerInnen mit LRS eine wichtige Unterstützung beim Erlernen der verbundenen Schrift.
  • Praktisch jede Übung kann bei kostenloser Anmeldung verändert und angepasst werden. Damit haben auch Therapeuten, die in der (Zweit)sprachförderung aktiv sind, ein praktikables Tool für Lese- und Rechtschreibförderung an der Hand.

Diana Selig: Englisch & die Rechtschreibung bei LRS

Ein Thema, das sich unsere KollegInnen heiß gewünscht haben, war die Rechtschreibförderung in Englisch.

Das große Problem in der Praxis: Wie bekommen wir eine sinnvolle, regelbasierte Rechtschreibförderung aufgebaut, neben der Schulbuchphilosophie, die behauptet, alle Wörter wären “Sightwords”?

In der Schule wird das Thema Rechtschreibregeln im Englischen praktisch nicht thematisiert. Diana Selig hat uns die wichtigsten Förderprinzipien für Kinder mit LRS vorgestellt. Im Anschluss haben wir ausführlich über ihr neues Konzept gesprochen und das erste Lernheft für die Klasse 5 zu Gesicht bekommen.

Wir haben das Übungsprinzip und die Praktikabilität in der lerntherapeutischen Förderung besprochen – der Konsens war schnell gefunden: Diana, mach das fertig und biete es an! Unsere SchülerInnen brauchen genau das.

Auch Grammatik-Förderung wurde besprochen. Diana ist dabei die Einbeziehung der Muttersprache in den Fremdsprachenunterricht besonders wichtig.
Unser Ergebnis ist, dass gerade dieser Punkt einiges an Potenzial bietet, welches bisher nicht ausgeschöpft wird.

Ausschnitt aus dem Lernheft 5. Klasse Englisch bei LRS

Anina Palaty: psychologische Kinderbücher in der Lerntherapie

Kinderbücher in der Lerntherapie? Absolut ja! Im Vorzimmer kennen wir sie, als Elternempfehlung auch, aber Bücher als Therapiematerial in der kostbar bemessenen Therapiezeit?
Nachdem Anina Palaty uns den wissenschaftlichen Hintergrund, die Wirkweisen und Wirkmechanismen aufgezeigt hat – wichtig für die zielgerechte Auswahl des passenden Buches für SchülerIn und Situation – durften wir nicht nur zuhören, sondern auch selbst in ihren Schätzen wühlen.

Der gezielte Einsatz zur Förderung der Selbstwirksamkeit, des konkreten Erlernens von Lernstrategien, des bewussten Einsatzes von Metaphern und damit der Möglichkeit, Kindern Worte zu geben, die sie bisher nicht haben, hat viele Möglichkeiten für den bewussten Einsatz in der Therapie gezeigt.


Ihre zahlreichen Beispiele aus ihrer täglichen Praxis haben viele Anwendungsideen bei unseren Mitgliedern hervorsprudeln lassen. Schnell waren wir mitten in konkreten Fallbesprechungen und im Austausch über Bücher, die andere Therapeuten mit Erfolg einsetzen. Danach wurde erst mal ausgiebig geschmökert.

Und am Abend? Reflektieren, Weiterdenken, Netzwerken

Oder: einfach nur lecker essen ;)

Ina Lauterbach: 5 fertige Ideen für die Rechtschreibförderung bei der Mitlautverdopplung

Am nächsten Morgen ging es los mit Rechtschreibförderung. Viele unserer SchülerInnen benötigen gerade bei der Konsonantverdopplung intensive Übungseinheiten.

Ina Lauterbach zeigte uns, wie sie diesen herausfordernden Bereich mit abwechslungsreichen Übungen und sinnvollen Hausaufgaben gestaltet. Dazu gab es on top 5 fertig einsetzbare Übungen für die Therapiestunden inklusive Anleitung und Canva-Vorlagen mit einer einfachen Adaption für noch mehr Stundeninhalte.

Natürlich kamen auch die spielerischen Impulse zur Rechtschreibförderung auf den Tisch!

Deutschwerkstatt – Einblick in neues und bewährtes Material

Ein Herzstück unserer Jahrestreffen ist immer der Materialtisch. Jeder bringt aktuelles und bewährtes Material mit, stellt es vor und beurteilt den Einsatz in der Therapie. Alle haben ausreichend Gelegenheit, in Material hineinzuschnuppern. Es findet ein reger Fachaustausch statt und es wird vor Ort ausprobiert und “angespielt”.

Besonders interessant waren für unsere Mitglieder im Deutschbereich:

  • Die Wortbox: Material zur Rechtschreibförderung
  • Tests und Material für Grafomotoriktestung (standardisiert) und Leseförderung
  • Spiele für die Leseförderung

Fotos – ganz nebenbei

Parallel fanden am Samstag in einem separaten Raum auch die heiß begehrten Fotoshootings mit unserer inzwischen schon “Haus und Hof” Fotografin Nela Dorner statt. Jeder, der wollte, hatte die Möglichkeit, Fotos für seine Flyer, Homepage oder sonstige Verwendung machen zu lassen. Der Vorteil der “Masse”? Accessoires können geteilt werden, Fotoideen entstehen und gemeinsam ist es viel lustiger und lockerer. Wir sind schon sehr gespannt auf die Ergebnisse!

So sieht ein zufriedenes Publikum aus 😁 . Danke an Nela, die wie immer alle Wünsche flexibel und professionell umgesetzt hat!

Conny Thaller: 1*1 Workshop in der Natur

Unsere Naturpädagogin Cornelia Thaller musste dann den “müden Haufen” erst mal aktivieren:

Neben vielen wertvollen Anregungen für Gruppensettings hat uns Conny einige Aktivierungsübungen ausprobieren lassen. Danach bekamen wir mit einem Feuerwerk an Ideen und Beispielen für das Lernen der 1*1 Reihen in der Natur präsentiert.

Sicher haben viele in der Nacht noch geträumt, wie man welche Inhalte in das lerntherapeutische Setting einbauen kann, wenn das Wetter mal nicht so taugt.

Ein Workbook mit einem sofort einsetzbaren Konzept für Workshops für Gruppen in den Ferien wurde ihr quasi aus den Händen gerissen. Ein sehr bewegter Abschluss vor dem nächsten Abendessen :)

Nicht nur das Abendessen – so viele Gespräche “am Rande” machen ein Präsenztreffen wertvoll

Ein kleiner Einblick

Birgit Scheuerer: Re-Stepping



Re-Stepping ist ein geniales Tool zur Transformation von starken Gefühlen. Immer mehr Kinder erfahren in Schule oder Familie Erlebnisse, die besonders stressig oder für den Moment einfach zu viel sind. Das vegetative Nervensystem stellt dann seine Verarbeitungsmöglichkeit einfach ein und diese Erlebnisse bleiben oft “wie eingefroren” ein Leben lang bestehen.

Re-Stepping ist eine kindgerechte Erweiterung von EMDR, in der eine gezielte Simulation der REM-Phase und eine direkte Verarbeitung eingeleitet werden. Probleme, Ängste und Blockaden lassen sich oftmals ziemlich schnell damit auflösen. Birgit entwickelte die Methode ressourcenorientiert weiter und gab einen kleinen praktischen Einblick in den Ablauf. Anschließend lud sie die Kollegen ein, diese Methode mit eigenen Themen auszuprobieren. Das zum Teil schnelle positive Ergebnis begeisterte viele

Mathewerkstatt – Einblick in neues und bewährtes Material


Auch im Bereich Mathematik wurde viel ausprobiert und natürlich standen Spiele besonders im Fokus. Wie wandelt man simple Spiele so ab, dass sie genau das Förderziel treffen? Es ist immer wieder so spannend zu sehen, wie dasselbe Spiel von mehreren Therapeuten unterschiedlich gespielt wird. Ein paar Beispiele:

  • “Split” als Abschlussspiel, als Spiel für Orientierung am Zahlenstrahl oder für die Primzahlzerlegung…
  • “Auf die Eier” von Spielfähigkeit über Frustrationstoleranz bis zu Addition und Multiplikation
  • DNUP für kognitive Flexibilität, Kategorisierung, größer/kleiner Vergleiche

Zusätzlich sind wir noch in die Förderung bei Fremdsprachen mit Spielen und Material eingetaucht, sowie klassische Automatisierungsübungen und Übungen zur Gehirnaktivierung waren ein intensives Gesprächsthema am Sonntag.

Wer sind wir eigentlich?

Wir dachten, wir kategorisieren uns mal ein wenig. War gar nicht so einfach, aber dafür umso lustiger. Viel Spaß!

Und wenn Du bei uns mitmischen willst: Wir sind lernende Lehrende, versuchen jeden Tag unser Bestes zu geben. Wir machen Fehler, scheitern und stehen wieder auf. Wir tauschen uns aus, unterstützen einander und freuen uns über die Erfolge jedes Einzelnen. Wir sind ein bunt gemischter Haufen aus Menschen, die individuell mit Kindern lernen, mit der gemeinsamen Schnittstelle “Schule”.

Du bist willkommen, wenn Du die Lernwelt für Kinder auf andere Art gestalten willst und einen Austausch auf Augenhöhe suchst. Wir haben Mitglieder, die frisch in den Beruf starten, Quereinsteiger sind oder “schon ewig” im Geschäft sind.

Allen gemein ist die Neugier auf Neues, Interesse an Austausch auf Augenhöhe und Freude am Beruf. Unsere Werte findest Du auf unserer Webseite im Leitbild.
Wenn Du bei uns mitmachen möchtest, findest Du die Infos dazu hier.

Wir freuen uns auf Dich!

Unsere Grundberufe


Was wir machen:


Und was sonst noch wichtig ist

Weiterführende Links

ReferentInnen

Netzwerk

Dr. Dina Beneken
Wer schreibt hier?
Dr. Dina Beneken
von Lernräume Beneken

Dr. Dina Beneken ist Lerntherapeutin und Gründerin des Expertennetzwerkes für Lerntherapeuten, Coaches und Lehrpersonen in der Einzelförderung, dem Kompetenzzirkel Lernen.

Ihre Schwerpunkte liegen auf dem Handschrifttraining, der spielbasierten Lerntherapie sowie der Entwicklung von Lernkompetenzen, die langfristigen schulischen Erfolg sichern.

Dina legt besonderen Wert darauf, nachhaltige und praxisnahe Lernstrategien zu vermitteln, die Kindern nicht nur in der Schule, sondern auch im Leben weiterhelfen. Ihre  Lernbegleitung 360° richtet sich an Eltern, die ihre Kinder beim Lernen besser unterstützen möchten; der Kompetenzzirkel Lernen bietet Fachkräften die Möglichkeit, sich weiterzubilden und wertvolle Praxistipps zu erhalten.
Dina verbindet ihr Fachwissen mit einem spielbasierten, praxisorientierten Ansatz und arbeitet eng mit dem „Lama”, zusammen. Gemeinsam sorgen sie für ein entspanntes, effektives Lernen - auf den Punkt und ohne Blabla.

2 Kommentare

  • Liebe Dina, vielen Dank für die Zusammenfassung, die noch einmal schöne Erinnerungen wachruft. Ich habe gestaunt, auf welche Weisen wir heute Kindern helfen können und müssen. Der Austausch war sehr wertvoll für mich! Herzliche Grüße – Siegbert

    • A

      Oh ja, es war wirklich jede Minute wert! Schön, dass Du auch wieder dabei warst!

Hinterlasse deinen Kommentar

Wofür die Fachpersonen im Kompetenzzirkel stehen

Wer im Kompetenzzirkel Lernen gelistet ist, arbeitet nach gemeinsamen fachlichen und ethischen Grundsätzen.

Fundierte Ausbildung im Bereich Lernen und Förderung

Alle gelisteten Fachpersonen haben eine einschlägige Aus- oder Weiterbildung abgeschlossen – als LerntherapeutIin, Lerncoach,  Förderlehrkraft, ErgotherapeutIn oder LogotherapeutIn mit Schwerpunkt Legasthenie/ Dyskalkulie oder in einem verwandten Feld.

Regelmäßige Supervision und kollegiale Fallarbeit

Gute Arbeit mit Kindern entsteht nicht im stillen Kämmerlein. Unsere Mitglieder bringen ihre Fälle in Supervision und Intervision ein. Sie hinterfragen ihr eigenes Tun, holen sich andere Perspektiven und lassen ihre Arbeit mit einem Blick von Außen prüfen.

Kontinuierliche Weiterbildung

Wer mit Kindern arbeitet, hört nie auf zu lernen. Unsere Mitglieder bilden sich regelmäßig fort, tauschen sich untereinander aus und gewährleisten die kontinuierliche fachliche Weiterbildung.

Arbeit mit dem Umfeld des Kindes

Lernen findet nicht nur in der Therapiestunde statt. Unsere Fachpersonen beziehen Eltern ein, suchen den Kontakt zu Schule oder Kita, wo es möglich und sinnvoll ist, und verstehen sich als Teil eines Unterstützungsnetzes – nicht als Einzelkämpfer am Kind.

Kritische Methodenwahl

Wir sind skeptisch gegenüber schnellen Versprechen, Wundermethoden und allem, was zu schön klingt, um wahr zu sein. Unsere Fachpersonen wählen ihre Methoden bewusst, erklären, was sie tun und warum – und versprechen keine Heilung, sondern ehrliche Arbeit.

Transparenz, Schweigepflicht, Kindeswohl

Preise und Rahmenbedingungen werden offen kommuniziert. Was in der Therapie besprochen wird, bleibt vertraulich. Und bei allem, was wir tun, steht das Kind im Mittelpunkt.